Aufbruch zur Ortsgemeinde/ Von Christian Möller

Vortrag von Christian Möller vor dem Hannoverschen Pfarrvereinstag 2010 am 8.3.2010 im Ökumenischen Kirchenzentrum Hannover-Mühlenberg

„War das nicht auch die Stärke der Bekennenden Kirche im Dritten Reich, dass sie nicht auf die zentralistische Ordnung der von oben her nach dem Führerprinzip ausgerichteten Deutschen Evangelischen Kirche setzte, sondern ganz im Gegenteil auf die Kraft einzelner Gemeinden wie Berlin-Dahlem oder Barmen-Gemarke, die sich erst allmählich in Notbünden vernetzten, ihre Kraft aber stets aus der einzelnen Gemeinde vor Ort schöpfte und deshalb auch so schwer für die Staatsmacht zu fassen war!?

Diese zugespitzte, menschennahe und überschaubare Gestalt von Kirche als Ortsgemeinde ist aber neuerdings in der Katholischen wie in der Evangelischen Kirche zum Problem geworden, in der Evangelischen Kirche vor allem wegen Finanzmangel, in der Katholischen Kirche vor allem wegen Priestermangel. Mehr denn je hat die römische Hierarchie das Konzept der Katholischen Kirche wieder in die Hand genommen und droht alle Laien-Ansätze in den Ortsgemeinden zu erdrücken und mit Hilfe von Mittelpunktskirchen die Ausrichtung der Ortsgemeinden auf ihren jeweiligen Bischof zu betonen. Doch auch in der Evangelischen Kirche erscheinen die Ortsgemeinden oft nur noch als Filialen der Landeskirche, seit die Reformation sich zu landesherrlichen Kirchentümern entwickelte, die von oben nach unten regiert werden, es sei denn, dass sich Landeskirchenämter und Superintendenturen als Dienstleister der Ortsgemeinden verstehen und das in ihrer Denk- und Handlungsweise auch zum Ausdruck bringen. Doch genau an dieser Stelle gibt es Zweifel und seit einiger Zeit auch Widerstand in manchen Landeskirchen und ihren Ortsgemeinden.“

Lesen Sie hier den ganzen Vortrag als PDF:
https://www.aufbruch-gemeinde.de/download/Moeller10.03.08.pdf

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