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Newsletter April 2021

Newsletter April 2021

Bericht von der Frühjahressynode

Liebe Schwestern und Brüder,
die Informationen über den Ablauf und die grundlegenden Beschlüsse unserer Frühjahrssynode haben
Sie ja bereits über „Synode aktuell“ in neuer Gestalt erhalten. Deshalb will ich Sie nicht langweilen mit
einem weiteren Verlaufsbericht, sondern Ihnen zu einigen wichtigen Beratungen meine Einschätzung
weitergeben.
Ganz besonderen Raum nahm natürlich die Landesstellenplanung ein.
Und es war gut, dass viel Zeit und Raum war, kritische Anfragen zu stellen und ausführliche Erläuterungen zu bekommen. Sowohl im Plenum, als auch in den Arbeitskreisen und Ausschüssen wurde das
Thema diskutiert und die Hintergründe durch OKR Reimers oder KR Grünwald erläutert.
Da ging es beispielsweise um die Stellen des landesweiten Dienstes, die seit der LStPl 2010 eine
enorme Ausweitung erhalten hatten. KR Grünwald konnte nachvollziehbar darstellen, dass im Laufe der
letzten Jahre viele bereits bestehende Stellen in den Stellenplan übernommen wurden und dass nach
Abzug dieser Stellen und der beschlossenen Budgetkürzung tatsächlich auch im landesweiten Dienst
eine Kürzung mit 10 % umgesetzt wurde.
Eine weitere Anfrage bezog sich auf die Vakanzvergütung, die ab dem kommenden Jahr geregelt werden soll. Im Raum stehen 15.000 € für eine Vakanz ab einem ¾ Jahr. Damit wird ein Anliegen des Gemeindebundes endlich wenigstens zum Teil umgesetzt. Schon lange haben wir gefordert, dass die bei
Vakanzen freiwerdenden finanziellen Mittel die Gemeinden erhalten sollen. Auch ist noch offen, ob der
Dekanatsbezirk das Geld erhalten soll oder die Gemeinde mit Vakanz. Mein Ziel ist es, die Vakanzvergütung deutlich zu erhöhen, da es sich schließlich um Mittel aus Kirchensteuern handelt, die der Gemeinde „zustehen“. Außerdem sollte unbedingt die Kirchengemeinde das Geld erhalten, um damit die
Vakanz besser auffangen zu können. Vor allem würde ich dies auch als ein Zeichen des Vertrauens in
die Selbständigkeit und Eigenverantwortung der Gemeinden betrachten. Denn die sehe ich zunehmend
in Gefahr, wenn alle strategischen Entscheidungen über den Dekanatsbezirk fallen.
Mir wurde allerdings versichert, dass die Selbständigkeit der Kirchengemeinden nicht angetastet werden soll und dass über die Evaluation kurzfristig Korrekturen vorgenommen werden können (Inwieweit
für vakante Pfarrstellen Haushaltsmittel bereitstehen – mit dieser Frage wird sich der Finanzausschuss
in Zukunft befassen müssen. Ich werde ein Auge darauf haben…).
Der Beschluss zur LStPl erfolgte mit 7 Nein-Stimmen und 11 Enthaltungen. Der Kreis derer, die es kritisch sehen, ist also kein kleiner!
Ich kann Sie alle nur ermuntern, mit Rückmeldungen zu den Auswirkungen der LStPl nicht sparsam zu
sein und die Probleme, die Sie vor Ort erleben, deutlich zu benennen. Nur so werden wir zu einer Zukunftsplanung kommen, die unserer Kirche als Ganze gerecht wird.
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Der Thementag „Glaube in verletzlicher Zeit“ war ein großes Geschenk. Denn es war Raum für den
Schmerz und die Belastungen der vergangenen 12 Monate. Wir sind ziemlich gut, Krisen zu bewältigen
– das hat das zurückliegende Jahr gezeigt. Aber dabei haben wir wohl zu wenig Platz gelassen für das
Andere. Davon einander erzählen zu können und auf der Grundlage des gemeinsamen Glaubens eine
Vertrauensebene zu haben, war sehr befreiend. Und ich bin froh, dass daraus nun nicht schon wieder
ein Projekt entstanden ist, um „etwas zu tun“. Das Bewusstsein, dass wir auch Raum schaffen müssen
für die Klage (Prof. Thomas sprach von Klagemauern mit 1000 Ritzen), werden die Synodalen mitgenommen haben in ihre Arbeitsfelder und dort –hoffentlich- lebendig werden lassen.
Im Rahmen der Eingaben wurden die Themen Bauvorhaben und IT-Struktur diskutiert. Beide Bereiche gehören wohl zu den größten Beschwernissen in der Gemeindearbeit. Es wurde uns zugesichert,
dass die landeskirchliche Verwaltung die Verlagerung kleinerer Bauvorhaben auf die mittlere Ebene
anstrebt (bis 50.000 €; insbesondere interessant bei Pfarrhausrenovierungen) und dass innerhalb des
Landeskirchenamts eine einheitliche IT-Struktur aufgebaut wird, die hoffentlich zu einer Vereinheitlichung und größeren Benutzerfreundlichkeit der landeskirchlichen IT führen wird. Wir dürfen gespannt
sein…
Eigentlich wollte ich nicht länger als eine Seite schreiben, damit Sie es auch lesen. Deshalb setzte ich
hier ein Ende. Wie gesagt – es ist meine Sicht der Dinge. Kein vollständiger Bericht. Aber das können
Andere besser.
Ich wünsche Ihnen trotz der angespannten Situation ein frohes und gesegnetes Osterfest, Raum zum
Jubel und Raum zur Klage und österliche Hoffnung für die Tage, die kommen.
Bleiben Sie behütet
Ihr
Karl-Friedrich Wackerbarth
2. Vorsitzender des Gemeindebundes Bayern
V.i.S.d.P.: Gemeindebund Bayern
Im Sprecherkreis „Gemeindebund Bayern – Aufbruch Gemeinde“

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