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„Kirche wird sich nicht aus der Fläche zurückziehen“

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Oberkirchenrat verspricht keine „verordneten Fusionen von Kirchengemeinden“

Bad Alexandersbad (epd). Auf den demografischen Wandel wird die bayerische evangelische Landeskirche nicht mit einer Benachteiligung einzelner Regionen reagieren. „Die Kirche kann es sich nicht leisten, sich aus der Fläche zurückzuziehen“, sagte der für Gemeindefragen zuständige Oberkirchenrat Hans-Peter Hübner (München) am Samstag bei einer Veranstaltung im Evangelischen Bildungszentrum Alexandersbad (Landkreis Wunsiedel).

Nach Hübners Worten sei es möglich, „gewisse Nachteilsausgleiche“ zu schaffen, wenn ein bestimmter Bedarf und ein aktives Gemeindeleben vorhanden seien. Präsenz in der Fläche bedeute freilich nicht, dass es überall ein Pfarrhaus, ein Gemeindehaus und „das volle Programm“ geben könne, räumte der Oberkircherat ein. Gemeindliche Aktivitäten müssten sich künftig stärker vernetzen und flexibler gestalten.

Vor dem Hintergrund deutschlandweit sinkender Mitgliedszahlen ist die evangelische Kirche in Bayern laut Hübner noch „gut aufgestellt“. Sie habe dank vergleichsweise guter Bedingungen mehr Zeit als andere Landeskirchen, sich auf die strukturellen Veränderungen einzustellen. „Wir sollten diese Zeit gut nutzen“, so Hübner.

So setze die Landeskirche verstärkt auf das Prinzip „Kooperation statt Fusion“, sagte Hübner am Rande der Veranstaltung dem Evangelischen Pressedienst (epd). So könnten die Kräfte der Gemeinden nach seinen Worten „am besten zusammen gebracht werden“. Neben den üblichen Kooperationen auf Ebene von Pfarreien oder Dekanatsbezirken gebe es inzwischen auch neue Formen wie Arbeitsgemeinschaften oder Zweckverbände. „Es gilt, den Kirchturmhorizont zu überwinden und zusammenzuarbeiten, aber nicht alles zu vergemeinschaften.“

Hübner bekräftigte, dass es keine von der Landeskirche verordneten Fusionen von Kirchengemeinden geben werde. „Auch in kleinen Gemeinden ist unheimlich viel lebendig.“ Dies zeige sich beispielsweise in der Beteiligung an den Kirchenvorstandswahlen oder in den Eigenleistungen bei Baumaßnahmen. Zuletzt schlossen sich im Jahr 2010 die beiden oberfränkischen Dekanatsbezirke Kronach und Ludwigsstadt zusammen. Weitere Fusionen dieser Art sind laut Hübner vorerst nicht in Sicht: „Die Bindekraft zu einer Gemeinde, in der man wohnt, ist viel stärker als zu einem Dekanatsbezirk.“ (epd/01.02.2014)

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